Glück im Januar

Das neue Jahr liegt frisch und blank vor mir. Gute Vorsätze, der Begriff ist abgedroschen, ja. Und dennoch liegt in einem Jahreswechsel auch die Chance auf einen Neuanfang. Wieder grüner leben steht ganz oben auf der Liste meiner Pläne, Wünsche und Ziele. Bewusst und bedacht einkaufen und viel selbst machen, damit nicht an einem anderen Ort der Welt Menschen und Natur durch meinen gedankenlosen Konsum leiden müssen. Besitz reduzieren, um Energie freizusetzen. Einen neuen Berufsweg suchen. Mir bewusst Zeit nehmen – für die Kinder, für meine Hobbies, für mich. Mir mehr Ruhe und Erholungspausen zugestehen und den du-musst-die-Zeit-doch-sinnvoll-nutzen-Gedanken die Tür weisen. Wertschätzen, was ist und mich nicht um das sorgen, was sein könnte. Leben im Hier und Jetzt, mit einem Lächeln auf den Lippen…

Hallo 2016, herzlich willkommen! Und alles Liebe und Gute für Euch da draußen!

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In meinem Garten – 17. Mai

Nachdem die kalte Sophie nun zu Besuch war, habe ich mich dieses Wochenende getraut meinen kleinen Fensterbrettdschungel ins Freie zu verlegen. Mit den Wildtomaten sind auch die Gurken, Zinnien und Sommerastern ausgezogen. Die Gurken haben den Umzug leider nicht überlebt, deshalb habe ich einfach direkt ins Beet nachgesät, nachdem ich den Rankzaun aus Weide fertig gebastelt hatte. Auch die Zinnien sind eindeutig zu lang geworden auf der Fensterbank. Deshalb setze ich heute als ersten Punkt auf meinen Gartenplan fürs’s nächste Jahr: Vorziehen (mit Ausnahme der Tomaten) streng verboten! Auch wenn es mich noch so sehr nach Grün sehnt, die Pflanzen, die ich direkt im Freiland gezogen habe, sind einfach deutlich kräftiger und robuster geworden.

So, und nun komme ich nach amtlicher Zählung auf 17 Gemüsesorten (Radies, Zucchini, Kürbis, Dicke Bohnen, Mangold, Möhren, Rote Beete, Fenchel, Rauke, Salat, Tomaten, Gurken, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Kohlrabi, Melde) und 9 Blumenarten  im Wachsen und Werden. Die Radieschen haben uns schon mit der ersten Ernte beglückt, als nächstes ist wohl die Melde dran, die ich dieses Jahr zum ersten Mal im Garten habe. Gestern habe ich das Internet nach einem einfachen Rezept durchforstet, außer einer Quiche aber nichts gefunden. Für Inspiration bin ich sehr dankbar!

Mein Kräuterbeet sah in den letzten Wochen sehr kümmerlich aus, und tatsächlich sind mir im Winter ein paar Pflanzen erfroren. Zeit für eine größere Bestellung beim Kräuterdealer. Eine Pimpinelle habe ich diese Woche auf dem Markt erstanden; ich finde ihre filigranen Blätter sehr hübsch und esse sie gerne zum Salat. Meine im letzten Jahr gepflanzten Heidelbeeren blühen gerade, ich bin so gespannt auf die erste Ernte! Auch die Erd- und Himbeeren tragen verheißungsvoll… Und jeder sonnige Tag bringt uns dem Schlaraffenland ein wenig näher.

Ein herzlicher Gruß an alle Gartenfreunde,

Ailis

PS: Hallo almathun, hallo Erich Andreas Brokans, herzlich willkommen bei mir!

 

Glück im März

Ist, den Winter aus dem Haus zu treiben. Frühjahrsputz, Luft und Sonne durch die Fenster reinlassen. Ausmisten, überflüssigen Kram verkaufen, verschenken, entsorgen. Die Winterklamotten wegpacken und im Kleiderschrank Farben Einzug halten lassen. Platz schaffen für neues Leben, neues Grün. Blumen kaufen, die Ostersachen hervor suchen. Das Leben draußen planen. Aussaatpläne schmieden, Gartenbank streichen, Sandkasten bauen. Raus gehen, gucken, wer im Garten schon das Köpfchen aus der Erde steckt. Singen, hüpfen, das Gesicht der Sonne entgegenhalten. Hallo, Frühling!

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Ein Nachmittag im Garten

Gestern schien eine goldene Sonne vom tiefblauen Himmel, mein Mädchen hatte ausgeschlafen und war gut gelaunt: nichts wie raus in den Garten! Wir haben die letzten Gemüsepflanzen aus dem Beet gezogen und einen allerletzten Erntekorb gefüllt.

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Unterm Nussbaum gesessen, die Schafe beobachtet (Kind) und in den Himmel geträumt (Mama).

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An den Bienenstöcken wird noch getanzt…

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Und hier und da gibt es noch bunte Blüten zu sehen.

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Bunt färbt sich auch das Laub meiner Pink-Lemonade-Heidelbeere. Ich bin gespannt, ob sie nächstes Jahr schon Früchte trägt.

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Das hier ist mein Komposter, im Frühling gebaut von meinem Mann, nachdem ich ihn endlich vom Sinn guter Komposterde überzeugen konnte. Zu einem Drittel hat er sich den Sommer über gefüllt, es ist wirklich erstaunlich, wie schnell Biomasse in sich zusammenfällt. Bald bekommt er noch eine Decke aus Stroh, damit die Würmchen es warm haben im Winter.

IMG_6749Die Beerensträucher müssen noch gepflegt werden, das Gemüsebeet umgegraben. Den Baumschnitt haben wir auf den Spätwinter vertagt, weil das den Bäumen wohl besser bekommen soll. Und auf dem Schreibtisch liegen schon Pläne für das kommende Gartenjahr…

 

Das Chaos im Kopf überlisten

Wahrscheinlich befinde ich mich in allerbester Gesellschaft, wenn ich zugebe, dass ich süchtig nach Listen bin. Oder vielmehr: ich bin süchtig danach, Punkte auf Listen abzuhaken. Dieses Gefühl, etwas erledigt zu haben, einen Schritt weiter zu sein, ist einfach toll. Leider gehöre ich nicht zu den Menschen, die ihrem Leben mühelos Struktur geben können, fokussieren war noch nie meine Stärke. Wenn die Gedanken zu wild durcheinanderplappern wie eine Horde schwatzender Kindergartenkinder, hilft nur eins: Papier, Stift – Liste.

Der Klassiker Einkaufsliste liegt immer auf dem Küchentisch und wird kontinuierlich ergänzt. Ohne diesen kleinen Helfer würde ich unverhältnismäßig lange unentschlossen zwischen den Regalen umherwandern und noch auf dem Nachhauseweg darüber nachdenken, was ich denn wohl diesmal vergessen haben könnte.

An der Magnetwand über meinem Schreibtisch hängt eine Fernziel-Liste. Größere Projekte, die ich nicht heute, aber bald in Angriff nehmen muss oder will. Den Kleiderschrank ausmisten zum Beispiel. Oder endlich mal die Fotodateien der letzten zehn Jahre ordnen. Mit diesem Vorsatz habe ich mich einmal an den Rechner gesetzt und bin darüber richtig wütend geworden, weil einfach kein Land in Sicht war. Seitdem bin ich vorsichtiger. Zehn Bilder pro Tag, mehr nicht. Heute allen Hosen durchprobieren, später die Shirts. Auch mit kleinen Schritten kommt man dem Ziel näher und hat jeden Tag das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Dann gibt es noch die Bitte-helfen-Liste, die manchmal an der Blumenvase lehnt. Darauf stehen Sachen, die viel Zeit in Anspruch nehmen, aber ziemlich langweilig sind. Und die ich deshalb gerne teilen möchte. Fenster putzen, Auto aussaugen. Macht keinen Spaß, muss aber manchmal sein. Immer hoffe ich, dass jemand beim Kaffeetrinken denkt: „Jep, die Fenster, das ist mein Job!“ Oft hab‘ ich Glück :o)

Dann gibt es noch Listen, die schreibt man viel zu selten. Die Dafür-bin-ich-dankbar-Liste. Die Zehn-Gründe-warum-Du-mir das-Liebste-auf-der-Welt-bist-Liste. Oder die Was-ich-im-Leben-noch-machen-will-Liste. Ich finde, die ist heute mal wieder dran:

  • eine große Familie haben und viel Zeit mit ihr verbringen können
  • ein offenes Haus und viele liebe Menschen zu Gast haben
  • mich selbständig machen
  • alle Handarbeitstechniken lernen, die ich spannend finde
  • ein Klavier besitzen und darauf spielen können
  • nach Santiago de Compostela wandern
  • die Insel besuchen, auf der „Anne of Green Gables“ spielt (das liebste Buch meiner Kindheit)

Was steht auf Euren Listen?

Geh vertrauensvoll in Richtung Deiner Träume.

Führe das Leben, das Du Dir vorgestellt hast.

Henry David Thoreau