Weihnachtsgabe

Ist es erstmal bitterkalt,

gehn wir in den Winterwald.

Füttern Hase, füttern Reh,

denn der Hunger, der tut weh.

Die Hasen bekommen gelbe Rüben,

Heu für die Rehe liegt dort drüben.

Sie lassen es sich tüchtig schmecken,

schnell weg, wir wollen sie nicht erschrecken!

Ich wünsche allen Lesern ein friedvolles Weihnachtsfest voller Wunder und Licht.

Lasst uns der Dunkelheit all die Liebe und Wärme entgegensetzen, die wir in uns tragen.

Herzlichst, Ailis

Die Welt ist so leer, wenn man nur Berge, Flüsse und Städte darin denkt;

aber hier und da jemand zu wissen, der mit uns übereinstimmt,

mit dem wir auch stillschweigend fortleben,

das macht uns dieses Erdenrund erst zu einem bewohnten Garten.

Johann Wolfgang von Goethe

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Eins

Ein Jahr.

Ein ganzes, reiches, unglaubliches Jahr angefüllt mit so viel Liebe, Glück, Freude, Veränderungen. Mit durchwachten Nächten, Stunden, in denen wir Dich, untröstlich weinend, in unseren Armen trugen. Mit bangen Fragen, ob wir es schaffen, Dir gute Eltern zu sein.

Das warst Du einmal: ein kleines Wesen, hilflos, fremd in einer unbekannten Welt, warm und weich und wunderschön.

Das bist Du jetzt: ein kleines Mädchen mit blondem Haar, das für jeden Menschen ein Lächeln übrig hat. Mit Patschehändchen, rosa Wangen und blitzenden Zähnchen. Ein kleines Mädchen mit einem enormen Willen.

Du liebst Bücher und Tiere, Steinchen und Versteckspielen.

Und wir lieben Dich. So lange wir leben.

 

 

Kleiner Abschied

Ich habe Dich getragen, als Du noch neu warst auf dieser Welt. Habe für Dich gesorgt, ganz aus meiner inneren Kraft heraus. Es macht mich so stolz, dass Du zum Wachsen nichts anderes brauchtest als meine Liebe. Wenn die Nacht am stillsten war, habe ich Dich gehalten, Deinen Hunger gestillt und Dich mit sanften Berührungen wieder in den Schlaf gewiegt, Dein kleines friedliches Gesicht in meinen Armen geborgen. Tags warst Du bei mir, wohin auch immer ich ging. Du und ich, wir beide.

Heute, genau elf Monate nach Deiner Geburt, hast Du beschlossen, dass Du einen Schritt weiter gehen willst, ein Stück weg von mir in die Welt hinein. Mit ein wenig Wehmut und viel Freude schlage ich ein neues Kapitel im Buch Deiner Kindheit auf und bin gespannt auf all die Abenteuer, die wir gemeinsam erleben werden ♥

 

 

 

Lange bevor wir eine Chance gehabt haben, mit dem Menschen, den wir lieben, vertraut zu werden, sind wir vielleicht von dem seltsamen Gefühl erfüllt, dass wir ihn bereits kennen.

Es ist, als wären wir ihm irgendwo schon einmal begegnet, in einem früheren Leben vielleicht – oder in unseren Träumen.

Alain de Botton