Im Erntekorb – 28. Juni

Von einem mittäglichen Ausflug in den Garten habe ich die ersten Zucchini (eine Kugel-Sorte, Rondini genannt) in die Küche getragen. Morgen kommt Besuch, da soll es mal wieder das Lieblingssüppchen geben. Bei der Schwiegermutter wachsen die Zuckerschoten zuhauf, ich hab‘ ein paar ins Eis gepackt. Und die ersten Markerbsen zum Naschen gepflückt. Die Stachelbeeren brauchen eigentlich noch ein paar Tage Sonne, aber wer kann da schon widerstehen? IMG_7961

 

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Drei alte Kirschbäume stehen in Gemeinschafts-Garten und sie tragen dieses Jahr zentnerweise Früchte. Drei Ehemänner kletterten heute die Leiter hinauf und in drei Küchen wurde Marmelade gerührt und eingekocht. Mit tatkräftiger Hilfe des Mannes an meiner Seite habe ich ein paar Gläser Kompott gemacht und einige Kilo entsteinte Früchte eingefroren. Das letzte Bild zeigt meinen ersten, recht spontanen Versuch des Dörrens im Backofen. Während ich dies schreibe, schwitzen die Kirschen auf zwei Rosten schon seit gut fünf Stunden, sind mächtig zusammengeschrumpelt – aber schmecken wundervoll intensiv und süß. Ich glaube, mit dem Thema muss ich mich mal ausführlicher beschäftigen… Ein Kirsch-Sirup soll über Nacht noch durchziehen, aber dann will ich nur noch zum Vergnügen Kerne spucken!

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Glück im Juni

Im Beerenmonat wird genascht, was das Zeug hält. Erdbeeren (oder Aardber, wie die Motte sagt) direkt vom Beet, sonnenwarm und zuckersüß. Dicke Trauben roter Johannisbeeren – an einem Busch zu sitzen und in aller Seelenruhe die Rispen abzuzupfen ist wie Meditation. Heidelbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren… Wahrscheinlich werden wir nur noch mit saftverschmierten Mündern durch den Garten laufen. Die Arbeit wird ein bisschen weniger, alles ist gesät und gepflanzt und muss nun noch gepflegt und gegossen werden. Ein wenig Regen wäre schön, damit das Grünzeug wächst und gedeiht. Und dann: Sommerküche, aus dem Garten auf den Tisch.

Und Sand und Sonnenschein und Heuduft. Spielen und faulenzen.

Glück im Juni.

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Ailis kocht – Conchiglioni mit Ricotta-Zitronen-Füllung

Der Sonntag ist meist der einzige Tag in der Woche, an dem wir mittags zu dritt am Tisch sitzen. Dummerweise habe ich just am Sonntag keine Lust auf aufwändige Gerichte mit viel Abwasch, deshalb gibt es vorzugsweise etwas aus dem Ofen. Während dort die Leckereien vor sich hin schmurgeln, kann man nämlich prima die Küche auf Vordermann bringen. Und nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen haben, sinken wir oft alle drei zum Mittagschlaf in die Kissen…

Heute gibt’s also gefüllte Muschelnudeln, ein schnelles, aber dennoch feines vegetarisches Rezept. Diese Zutaten reichen für zwei große und einen kleinen Esser, eine Portion bleibt noch übrig:

  • so viele große Muschelnudeln, wie nebeneinander in eure Auflaufform passen
  • 50g geriebenen Parmesan + extra Käse zum Überbacken
  • 500g Ricotta
  • 1 Ei
  • 2 Dosen stückige Tomaten
  • abgeriebene Schale von einer Biozitrone
  • eine Schalotte oder kleine Zwiebel
  • Salz, Pfeffer, Knoblauch und Chili nach Geschmack
  • einige Stiele Basilikum

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So geht’s:

  1. Die Conchiglioni sehr bissfest kochen und abgießen.
  2. Backofen vorheizen (Ober/Unterhitze 220°C).
  3. Für die Sauce eine Schalotte oder kleine Zwiebel fein würfeln und in Olivenöl glasig dünsten. Die gehackten Tomaten zugeben und aufkochen. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Chili und/oder italienischen Kräutern würzen.
  4. Ricotta, Zitronenschale, geriebenen Parmesan und das Ei in eine Schüssel geben, vermengen und die Masse mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Die Sauce in eine große Auflaufform geben. Muschelnudeln mit Hilfe eines Teelöffels mit der Ricottamasse füllen – das geht am besten, wenn man die spitzen Enden zusammendrückt – und die Nudeln in die Auflaufform setzen.
  6. Den Auflauf mit geriebenem Parmesan oder einem anderen Käse bestreuen und ca. 10-15 Minuten überbacken, bis der Käse zerläuft.
  7. Die Basilikumblätter fein hacken und die Conchiglioni damit bestreuen.

Ich habe heute die zweite Dose Tomaten durch eine eingekochte Gemüsesauce ersetzt und zum Überbacken geriebenen Emmentaler genommen. Die Sauce kann man auch wunderbar mit Gemüse bereichern, dazu einfach das Gemüse kleinschneiden und mit den Zwiebeln andünsten. Dann allerdings die Sauce eventuell länger kochen lassen. Mein Favorit ist die Version mit frischem Mangold, den ich im Sommer immer in großer Menge im Garten habe.

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Der hier ist übrigens schon mal im Ofen braun und knusprig geworden, während ich die Nudeln vorbereitet habe: ein Rote-Grütze-Schoko-Kuchen aus einer älteren LECKER-Ausgabe. Lecker!

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Lasst es euch schmecken!

 

PS: Hallo Knit Knit Hooray – schön, dass Du da bist!

Kleiner Gruß aus der Küche

Es ist geschafft: Teller, Tassen, Gläser stehen an ihrem Platz, die Interimskochstelle ist beräumt und ich drehe mich mindestens einmal am Tag glücklich im Kreis und freue mich über so viel Licht, Ordnung und Funktionalität. Nun bin ich stolze Besitzerin eines Kühlschranks, der Geräusche macht wie ein landendes Ufo, einer funky Lichtleiste, die mehr Discoambiente auf die Arbeitsfläche bringt als beabsichtigt war und einer voll versenkbaren Ofentür, die sich schon mehrmals als äußerst praktisch erwiesen hat (mein Dank an Dorti für den Tipp :o). Und jetzt gibt’s erstmal Kaffee aus dem Pfeifkessel…

 

Verwandlung im Gange

Aus einer zwar nutzbaren, aber nicht besonders gemütlichen Küche (20 Jahre hatte sie auf dem Buckel) entsteht bei uns gerade Stück für Stück ein schöner, heller Familienraum. Der Durchbruch für die Balkontür ist geschafft, Fenster und Tür sind eingebaut, die Decke bereits tapeziert und die alten Dielen entfernt, damit die Schreiner uns kommende Woche neue einbauen können. Sie lagern schon im Kinderzimmer (nur dort war in unserem Renovierungschaos noch Platz) und verbreiten einen wunderbaren Duft nach rohem Holz. Bald bald bald… habe ich wieder Ordnung, muss kein Geschirr mehr durch die Wohnung tragen und kann nach Herzenslust kochen und backen. Vorfreude, schönste Freude!

 

Und Action!

Natürlich waren wir keine drei Wochen im Urlaub – auch wenn ich nichts dagegen gehabt hätte. Direkt vom Kofferausräumen bin ich zum Leeren der Küchenschränke übergegangen. Gekocht wird nun auf einer kleinen Platte im Vorratsraum, gespült in der alten Emaille-Schüssel, gegessen im Wohnzimmer mit direktem Blick auf den Kirchturm. Indoor-Camping, sozusagen. Und der leicht erschwerte Alltag schärft mal wieder das Bewusstsein dafür, welche segensreichen Erfindungen fließend Wasser, Spülmaschine und Einbaubackofen sind.

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Obwohl unsere aktuelle Versorgungslösung nichts ist im Vergleich zur Badrenovierung vor zwei Jahren. Dusche und Toilette? Bitte einmal quer über den Hof! Mehrere Wochen lang. Im Januar.

Ich wünsche Euch allen einen tollen Start in den goldenen Oktober!

Herzlichst, Ailis

PS: Herzlich Willkommen, adituita!

In Planung

Vor großen Projekten habe ich oft ein bisschen Respekt. Manche Dinge begleiten uns lange, fallen täglich ins Auge, werden täglich benutzt und sollen deshalb auch möglichst in zehn Jahren noch gefallen. Als wir unser Bad renoviert haben, verbrachte ich unzählige Stunden im Internet auf der Suche nach Armaturen & Co. und brauchte drei Anläufe, um im Fliesenfachgeschäft fündig zu werden.

Nicht anders geht es mir jetzt mit der Küche. Meine leider ausgeprägte perfektionistische Veranlagung und das fragwürdige Talent, immer das Teuerste am schönsten zu finden, machen mir die Gestaltung nicht leicht. Überall liegen bei uns Kataloge herum, durchsetzt mit Notizzetteln, Listen und technischen Zeichnungen. Aber was einmal ein großes Wirrwar aus Fragezeichen war, nimmt nun langsam Form an.

Zum Glück sind der große Mensch und ich, so gegensätzlich wir als Paar auch sind, uns bei Gestaltungsfragen fast sofort einig. Hell soll sie werden, zurückhaltend, ohne störende Schränke über dem Kopf. Zum Glück habe ich schon im letzten Jahr, als mich der pränatale Nestbautrieb voll erwischt hatte, unser gesamtes Küchenequipment durchsortiert und das studentische Geschirrsammelsurium durch zusammenpassende Teller, Tassen und Gläser ersetzt. So viel haben wir also gar nicht unterzubringen und können deshalb Raum frei lassen. Für fröhliche Familienessen, gemütliche Kaffeerunden und die ein oder andere Erntezeit-Session. Ich freu‘ mich drauf!

 

IMG_6087PS: Herzlich Willkommen, Andreas Lehner!