Kinderkunst – Washi-Tape-Ausmalbild

An manchen Tagen stehe ich vor der Herausforderung, meine Mädchen zwei bis drei Stunden im Kinderzimmer zu beschäftigen. Das ist gar nicht so leicht, denn die Aufmerksamkeitsspanne der Kleinen ist natürlich noch kurz, gleichwohl will und soll sie in alle unsere Aktivitäten einbezogen sein. Weil das Septembermädchen sehr gern malt und kleckst bin ich dazu übergegangen, ihr kleine Kunstprojekte vorzubereiten, die sie mit etwas Anleitung selbst fertig machen kann. Damit habe ich tolle Erfahrungen gemacht und meine Große ist immer sehr stolz auf ihr Werk, daher möchte ich ab und an mal zeigen, was wir so machen.

Heute also: Washi-Tape. Man kann das Ausmalbild schon fertig vorbereiten oder es zusammen mit dem Kind kleben, wenn es schon gut mit der Schere umgehen kann.

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Und dann: ausmalen. Buntstifte, Faserstifte, Wasserfarben, wie es beliebt. Die Kleine räumt währenddessen mit Begeisterung Stifte aus und ein.

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Zum Schluss nur noch das Klebeband abzupfen – tadaaaa!

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Spielend lernen – Knopfkette

Mit Knöpfen steht das Septembermädchen noch ein wenig auf Kriegsfuß, deshalb habe ich ihr eine kleine Knopfkette aus Filz gebastelt, die –  wenn die Knöpfarbeit vollendet ist – auch noch zum Schmücken (sich selbst beispielsweise) verwendet werden kann. Bei so herrlich bunten, weichen Ringen sind die kleinen Hände dann wieder gern dabei!

Montessori reloaded

Viel Zeit ist vergangen seit ich zum letzten Mal darüber berichtet habe, wie wir unser Zuhause im Montessori-Stil einrichten, um unseren Kindern größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen. An meiner Faszination für diesen Erziehungsansatz hat sich bis heute nichts geändert, wenn auch nach der Geburt des Augustmädchens oft die Zeit gefehlt hat, um weiter konsequent Ideen umsetzen zu können. Unserem Leben mit Krabbelkind und Kleinkind haben wir auch unsere Wohnung anpassen müssen, und darüber möchte ich heute etwas mehr schreiben.

Freiheit & Sicherheit

Unsere Wohnräume liegen alle auf einer Ebene, was für mich recht praktisch ist. Wir haben ein Familienbett, sodass das Kinderzimmer hauptsächlich als Spielzimmer genutzt wird. Seit einiger Zeit schläft das Septembermädchen auch hier ein, aber oft genug hat sie nachts noch Sehnsucht und das ist auch okay so. Zwischen Kinderzimmer, Küche, Bad und Flur kann sich das Augustmädchen frei bewegen, diese Räume sind kindersicher. In Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Wirtschaftsraum darf sie nur in Begleitung, um unsere technischen Geräte und meine Pflanzen (die alle ins Wohnzimmer umgezogen sind) vor ihrer Entdeckerlust zu schützen.

Kinderzimmer

Seit unsere Kleine krabbeln kann, hat sie ein eigenes Regal. Dort spielt sie oft und gern, aber die Spielsachen und Bücher des Septembermädchens sind natürlich auch extrem interessant für sie. Musikinstrumente, Schleich-Tiere und andere ungefährliche Spiele der großen Schwester darf sie auch benutzen und umgekehrt untersucht unsere fast Dreijährige jedes neue Spielzeug der Kleinen. Für unsere Große haben wir eine kleine Arbeitsecke gestaltet, hier malt sie Bilder, knetet und schneidet. Wenn die kleine Schwester gar zu heftig versucht, sich daran zu beteiligen, ziehen wir einfach einen großen Korb vor den Tisch, um sie ein wenig auf Abstand zu halten. Denn die Kleine abzulenken, in einen anderen Raum mitzunehmen etc. funktioniert einfach nicht. Mir ist aber sehr wichtig, dass unser älteres Kind Gelegenheit zum Rückzug hat. Ich möchte dass sie lernt, sich konzentriert und ohne Störung in eine selbstgewählte Tätigkeit zu versenken. Das gelingt momentan am besten abends, wenn die kleine Schwester schon schläft. Dann sitzt sie oft ganz still und vertieft am Tisch und kommt zur Ruhe. Bei dem Anblick geht mir jedes Mal das Herz auf.

Eine große Herausforderung war es, die potenziell verschluckbaren Spielsachen so zu lagern, dass sie erreichbar bleiben und auch die große Schwester für diese Gefahr zu sensibilisieren. Unser DDR-Lego und die Anker-Bausteine, die der Liebste zum Geburtstag bekommen hat, stehen daher auf der Kommode und werden nur bespielt, wenn das Augustmädchen nicht dabei ist. Alles andere lagert im Schrank, aber ich habe nicht den Eindruck, das der Großen etwas fehlt.

Wenn die Mädchen allein im Kinderzimmer spielen entsteht relativ schnell Chaos. Dieses gestehe ich ihnen bis zum Abend zu, aber vor dem Schlafengehen wird aufgeräumt. Ich gebe dem Septembermädchen dabei immer sehr klare Anweisungen, welchen Teil sie übernehmen kann, und oft (nicht immer) ist sie mit Eifer dabei. Selbst die Kleine kann schon ihre Holzbausteine und Tiere in den Korb zurückwerfen und tut das auch mit viel Energie und begeistertem Juchzen. Spielzeug, das aus dem Kinderzimmer herausmäandert, finde ich dagegen nicht so toll, besonders in der Küche. An dem Thema arbeiten wir noch…

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Bad

Lange Zeit hatten wir im Bad einen kleinen Waschtisch für das Septembermädchen. Mittlerweile ist sie groß genug, um sich am Waschbecken die Hände zu waschen. Unter dem Waschbecken steht ein kleiner Korb, in den wir abends die Kleider für den nächsten Tag legen (die sie sich meist selbst aussucht) bzw. morgens die Schlafsachen. Wenn sie gut aufgelegt ist, zieht sie sich komplett selbst an. An der Duschwand hängt auf ihrer Höhe ein Spiegel, in dem sie sich beim Zähneputzen betrachten kann. Sie macht auch hier vom Tube aufschrauben bis Bürste auswaschen alles selbst und lässt sich nur ungern helfen. Meine einzige Bedingung ist, dass ich sehen will, wie sie alle Seiten schrubbt, das klappt ganz gut. Und wenn sie an einem Tag wieder Baby sein will und bei allem Mamas Hilfe wünscht, dann machen wir auch kein großes Drama daraus.

Küche

In der Küche hat das Septembermädchen eine eigene Schublade mit Geschirr und Küchenutensilien sowie einen kleinen Arbeitstisch. Dieser stammt noch aus meiner Kindheit und ist jetzt von der Größe fast perfekt für sie. Darauf steht ein Tablett mit einer Flasche Wasser, einem kleinen Snack und etwas Obst – und auch ein paar Blumen in einer Vase, wenn im Garten welche verfügbar sind. Hier bereitet sie sich morgens ihr Frühstück komplett selbstständig zu: Müsli, Wasser, Obst. Es muss jeden Morgen das gleiche Müsli sein, Variationen braucht sie nicht. Praktisch für mich, denn das Augustmädchen ist morgens oft sehr anhänglich und meckert, wenn es ihr zu lange dauert. Wir haben in der Küche nur sehr wenig Arbeitsfläche, weshalb es schwierig ist, die Große direkt beim Kochen helfen zu lassen. Wenn ich genügend Vorbereitungszeit habe, lege ich ihr auf dem Tisch passende Aufgaben zurecht, wobei dies schwierig ist, wenn ich mit den Mädchen allein bin, denn die Kleine möchte ja nicht tatenlos danebenstehen. Aber auch dieses Problem wird die Zeit für uns lösen.

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Praktisches Leben

Uns ist wichtig, unsere Kinder zwanglos in unser normales Alltagsleben einzubinden. Das Septembermädchen ist oft mit den Großeltern draußen, um die Tiere zu füttern, oder sie ist dabei, wenn der Papa am Traktor herumschraubt. Wir buddeln, gießen und ernten zusammen im Garten, sie hilft beim Wäsche aufhängen, Spülmaschine ausräumen, staubsaugen. Dabei ist nichts Pflicht, wir heißen jedes Hilfeangebot willkommen. „Ich will das machen, Mama!“ ist ein Satz, den ich im Moment oft von ihr höre und ich lasse sie, wenn es möglich ist. Sogar die Kleine will mitmischen, reicht Klammern, schiebt Wäschestücke über die Leine und wischte gar schon mit einem Lappen an der Wand herum, als sie mich ein Fenster putzen sah. Unser Ziel ist, dass unsere Kinder eine innere Freude daran haben, sich um ihre Umgebung zu kümmern und die notwendigen Arbeiten im Alltag nicht als lästige Pflicht zu erleben. Ich habe vor, meine Handarbeiten in Gegenwart der Mädchen zu machen, sobald die Kleine der Zerstörphase entwachsen ist und bin gespannt, ob sie dadurch einen Zugang zum Selbermachen finden.

PS: Hallo Silvana, Justwunderlust, Xeniana und Stoffimami. Herzlich willkommen hier!