Kinderkunst – Washi-Tape-Ausmalbild

An manchen Tagen stehe ich vor der Herausforderung, meine Mädchen zwei bis drei Stunden im Kinderzimmer zu beschäftigen. Das ist gar nicht so leicht, denn die Aufmerksamkeitsspanne der Kleinen ist natürlich noch kurz, gleichwohl will und soll sie in alle unsere Aktivitäten einbezogen sein. Weil das Septembermädchen sehr gern malt und kleckst bin ich dazu übergegangen, ihr kleine Kunstprojekte vorzubereiten, die sie mit etwas Anleitung selbst fertig machen kann. Damit habe ich tolle Erfahrungen gemacht und meine Große ist immer sehr stolz auf ihr Werk, daher möchte ich ab und an mal zeigen, was wir so machen.

Heute also: Washi-Tape. Man kann das Ausmalbild schon fertig vorbereiten oder es zusammen mit dem Kind kleben, wenn es schon gut mit der Schere umgehen kann.

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Und dann: ausmalen. Buntstifte, Faserstifte, Wasserfarben, wie es beliebt. Die Kleine räumt währenddessen mit Begeisterung Stifte aus und ein.

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Zum Schluss nur noch das Klebeband abzupfen – tadaaaa!

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Spielend lernen – Knopfkette

Mit Knöpfen steht das Septembermädchen noch ein wenig auf Kriegsfuß, deshalb habe ich ihr eine kleine Knopfkette aus Filz gebastelt, die –  wenn die Knöpfarbeit vollendet ist – auch noch zum Schmücken (sich selbst beispielsweise) verwendet werden kann. Bei so herrlich bunten, weichen Ringen sind die kleinen Hände dann wieder gern dabei!

Ein Jahr mit dem Augustmädchen

Mein liebes kleines Mädchen,

als wir gestern vor einem Jahr, zwei Stunden nach Deiner Geburt, mit Dir aus dem Geburtshaus nach Hause fuhren, war es schrecklich heiß. 38° warm war es in unserer ersten gemeinsamen Nacht und ich konnte keinen Schlaf finden. Warum aber auch schlafen, wenn man ein klitzkleines nagelneues Kind im Arm halten und betrachten darf? Als Du auf die Welt kamst, hast Du tief Luft geholt und aus Leibeskräften geschrien. Dann wurdest Du ganz friedlich und hast in Deinen ersten Lebenswochen kaum geweint. Man hört sie gar nicht, sagten alle. Und ich dachte bei mir, Du hast alles was Du brauchst, warum also solltest Du weinen? Anfangs glaubte ich, dass Du ein stilles, introvertiertes Kind wärst, aber weit gefehlt. Eine gutgelaunte, immer fröhliche, aufgeweckte, neugierige, zielstrebige und ziemlich laute kleine Energiekuller bist Du! Du willst mittendrin sein, bist überall dabei. Und so grundverschieden im Vergleich zu Deiner großen Schwester. Sie hatte es so schwer am Anfang, als alles so chaotisch war und wir uns erst zusammenraufen mussten. Aber jetzt sehe ich euch (meist) friedlich zusammen spielen, höre lächelnd euren Kinderzimmergesprächen zu und bin sicher: ihr haltet zusammen.

Es gibt so viele Momente mit Dir, die ich für immer in meinem Herzen bewahren möchte. Wie Du friedlich in meinem Arm einschläfst, zum ersten Mal Deine kleine Hand nach etwas ausstreckst, Deine ersten stolzen Schritte. Wie Du vor dem Bücherregal sitzt und gebannt die Kinderbücher durchblätterst, das Gekicher wenn wir fangen spielen. Ich folge mit dem Blick Deinem kleinen Finger, der überall etwas entdeckt, was mir entgangen wäre, und staune mit Dir über unsere schöne Welt.

Nur noch wenige Wochen, dann gehst Du einen Schritt von mir weg in die Welt hinaus. Wie gern hätte ich noch mehr Zeit für Dich gehabt, aber manchmal hat das Leben andere Pläne. Aber ich weiß, dass Du bereit sein wirst, krabbelst Du doch schon furchtlos zwischen den Kindergartenkameraden Deiner Schwester herum, ohne Dich nach mir umzusehen.

Mein kleines Augustmädchen, ich freue mich so auf jeden neuen Tag mit Dir!

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Von einer, die auszog

Das Septembermädchen schläft seit einer Woche im Kinderzimmer. Ich vermisse es sehr, sie zusammengerollt neben mir zu haben, ihr Schlafgemurmel, die tiefen traumschweren Atemzüge und horche oft unruhig in das stille Haus hinein. Aber zuletzt ging es nicht mehr. Abends hat sie mit ihrer Kleinkindenergie das Augustmädchen aus dem Schlaf geholt. Morgens weckte umgekehrt das Augustmädchen (sie ist ein sehr frühes Vögelchen) seine müde Schwester vor der Zeit auf. Wir haben unserem Septembermädchen ein gemütliches Himmelbett gebaut und begleiten sie immer noch in den Schlaf, nur anders.

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Zuerst lesen wir zusammen die Bücher, die sie sich ausgesucht hat. Im Moment sind das fast ausschließlich Conni-Geschichten. (Zum Glück mag ich Conni auch.) Dann singen wir „Meine Augen sind schon müde“ und sagen zusammen ein kleines Gedicht auf, das mir kürzlich in die Hände gefallen ist:

Schon glänzt der goldne Abendstern,

gut‘ Nacht, Ihr Lieben, nah und fern,

schlaft ein in Gottes Frieden.

Die Blume schließt die Äuglein zu,

der kleine Vogel geht zur Ruh,

bald schlummern alle Müden.

Oft mag sie noch gestreichelt werden, oder ich lese noch etwas für mich und halte dabei ihre Hand. Manchmal gehe ich auch hinaus, wenn sie noch wach ist, die Tür weit offen lassend, damit sie mich nebenan rumoren hört. Das funktioniert nicht immer, aber das ist okay so. Morgens wacht sie oft weinend auf und ruft nach mir, anstatt einfach rüberzulaufen. Ich hoffe sehr, dass auch hier die Zeit Besserung bringt.

Kleines Mädchen, Du wirst groß…

Stürmische Tage

Nicht nur der Maiwind war diese Woche stürmisch, auch das Leben pustet einen manchmal um. Der Liebste musste unverhofft für ein paar Tage ins Ausland, und kaum ist er weg beginnt das Augustmädchen zu fiebern. 14-Stunden-Tage mit meinen Mädels und auch nachts ist an Schlaf nicht zu denken. Wie froh bin ich, dass wir zu Pfingsten wieder zu viert sind. Mittagsschlaf und ein Ausflug in den Tierpark haben uns gut getan.

Und wie es manchmal so ist: nach der Krise kommt eine Veränderung. Mein kleines Mädchen, gerade neun Monate alt, nabelt sich ab von mir. Unser Stillrhythmus wird loser, sie braucht weniger Schlaf und bewegt sich seit kurzem so wendig und sicher und mit unbändiger Freude über das eigene Vorwärtskommen. Wenn ich sie beobachte habe ich manchmal das Gefühl, als sei in ihrem Bewusstsein eine Tür aufgegangen und sie steht auf der Schwelle zu einer neuen Welt. Aus meinem Baby ist ein Kleinkind geworden und ich lasse sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge ein kleines Stückchen los.

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Ailis liest – im März

Ich nenne den März den Warte-Monat. Warten auf Sonne, Licht und Wärme. Bei jedem Spaziergang entdecke ich neue grüne Blättchen, hier einen Klecks Bunt, dort erste Triebe unter braunen Blättern. Wenn dann der erste wirklich warme Tag da ist und ein satter Frühlingsregen diesen herrlich erdigen Duft nach neuem Leben hervorbringt, dann dauert es oft nur wenige Tage, bis die Natur förmlich explodiert – und der Winter endgültig vorbei ist.

Dieses Gefühl ungeduldigen Wartens habe ich wunderbar in „Und dann ist Frühling!“ von Julie Fogliano und Erin E. Stead illustriert gefunden und gleich für unseren Bücherkorb bestellt. Ich muss zugeben, dass ich mit dem Text nicht warm werde. Er ist in der Du-Form geschrieben und manche Sätze ziehen sich über mehrere Seiten, ungeeignet zum Vorlesen für eine Zweieinhalbjährige. Aber die Illustrationen! Mit viel Witz und Liebe zum Detail begleiten sie einen kleinen Jungen und seinen Hund in den Frühling. Am Anfang hat er noch eine Mütze auf und die Nase ist rot von der Kälte, auf der letzten Seite springt er in kurzen Hosen und barfuss durch sein Gärtchen.

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Auch in Bullerbü ist es Frühling geworden, und der wird mit allen Sinnen genossen. Durch Pfützen springen, Boote segeln lassen, Anemonen und Leberblümchen pflücken, Lämmchen streicheln und um das Frühlingsfeuer tanzen…

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Wenn ich eine fremde Stadt erkunde, habe ich als erstes Ziel: die Buchhandlung(en) suchen. Mein Liebster weiß, dass er eine Weile auf mich warten muss, wenn ich darin verschwunden bin. Neulich lag das hübsche kleine Städtchen Pößneck auf unserem Weg, und dort habe ich, in einem klitzkleinen Laden vollgestopft mit den herrlichsten Büchern „Hans Fröhlich und das Vogelhaus“ entdeckt. Ich liebe die Illustrationen von Ingeborg Meyer-Rey und die bezaubernde Geschichte von der Vogelscheuche Auguste, die die Starenfamilie vor der Katze rettet, ist zeitlos schön.

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„Conni und der Osterhase“ kann ich mittlerweile auswendig. Weil Ostern aber mehr ist als Schokohasen und bunte Eier, habe die Ostergeschichte in der Ausgabe von Coppenrath gekauft. Ich war ein bisschen unsicher, ob das zu schwere Kost für das Septembermädchen wäre, aber die Geschichte gefällt ihr erstaunlich gut.

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Mein Bücherstapel ist leider unverändert hoch, seit die Motte im Januar so krank geworden ist. Ein bisschen geschmökert habe ich hin und wieder in „Mit Kindern malen“ von Freya Jaffke, weil ich einfach mal wissen wollte, ob ich das Thema bei uns richtig angehe. Was sage ich, wenn mir mein Kind ein Bild bringt, wie kann ich seine Phantasie beim Malen anregen? Hier habe ich einige Antworten gefunden, auch wenn der Text und die Bilder etwas altmodisch sind.

Durch Zufall habe ich noch „Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei“ entdeckt und gebraucht erstanden, weil mich momentan das Thema spielzeugreduziertes/ spielzeugfreies Kinderzimmer umtreibt. Die Motte spielt gerade am liebsten mit einer kleinen Babydecke von ihrer Schwester. Einwickeln, verstecken, Umhang, Picknickdecke. So einfach kann es manchmal sein.

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