Zeitenwende

Es ist soweit: heute ging meine Elternzeit zu Ende. Mehr als drei Jahre war ich mit meinen Kindern zu Hause, eine einmalige und intensive, aber auch oft genug sehr fordernde Zeit. Das Augustmädchen besucht seit drei Wochen eine wunderschöne Kinderkrippe und hat tolle Erzieherinnen. Ich glaube, wir haben einen guten Zeitpunkt getroffen für den Übergang aus der Familie in die Fremdbetreuung, denn sie interessiert sich gerade sehr für andere Kinder. Gerne hätte ich sie noch drei Monate mindestens zu Hause behalten, aber es ging nicht anders und vielleicht passt das auch so für sie.

Denn: Ailis hat große Pläne. Und viel Arbeit vor sich. Ob alles klappt wie geplant, wird sich erst noch zeigen müssen, aber heute bin ich den ersten Schritt gegangen. Durch die Tür sozusagen, mitten hinein in die Welt eines Montessori-Kindergartens. Ich bin gespannt auf alles, was kommt!

Ein Geschenk von Hannes, 4 Jahre alt. Oben im Flugzeug ist der Pilot und unten seine Mama!

 

Ein Stück vom Himmel…

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…habe ich aus einem von meinem Bruder gebauten Indianertipi heraus fotografiert. Den Bauch voller Melone und Eis, eine Kaffeetasse balancierend. Vor mir das Planschbecken mit dem jauchzenden Augustmädchen darin, das Septembermädchen buddelt im Sand. Oma und Opa sitzen auf der Bank und freuen sich über ihre Enkelkinder (auch wenn das Septembermädchen heute nicht ganz so gut gelaunt war). Auf die Heimfahrt nehme ich wie immer lauter Leckereien mit, die die Oma zauberte und bin ausgeruht, weil ich mit den Mädchen Mittagsschlaf machen konnte, was ich mir zu Hause eher selten gönne.

Sommersonntagsfrieden.

Ailis backt – Nusskuchen

Meine Mutter ist eine Kuchenfee. Hefeteig, Sahnetorten, Biskuit, minikleine Plätzchen, Stollen – alles gelingt ihr in Perfektion. In meiner Kindheit gab es jedes Wochenende Kuchen, bis heute verwöhnt sie uns damit. Mit meinen eigenen Backkünsten kann ich noch nicht in der Liga meiner Mutter mitspielen, aber ich übe weiter. Zum Muttertag jedenfalls sollte einmal nicht sie diejenige sein, die die Arbeit hat, deshalb habe ich mal wieder den Ofen angeworfen. Weil Zeit im Hause Ailis momentan ein sehr knappes Gut ist, musste es etwas Einfaches sein. Ich kramte nach einem Rezept, das von meiner Tante stammt und lange nicht mehr im Einsatz gewesen ist. Eine luftige, lockere, saftige Nusstorte mit sündhaft leckerem Schokoüberzug. Ich verrate an dieser Stelle nicht, wieviele Stücke davon ich gegessen habe, aber das Rezept teile ich gerne mit euch.

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Muttertags-Nusskuchen

  • 5 Eier
  • 200g Zucker
  • 300 gemahlene Haselnüsse
  • 300g geriebene Äpfel
  • etwas geriebene Zitronenschale
  • 3 gestrichene Teelöffel Backpulver
  • 1 TL Zitronensaft

Die Eier trennen und zuerst die Eiweiße steif schlagen. Danach die Eigelbe mit dem Zucker cremig rühren. Die restlichen Zutaten zugeben und verrühren. Zum Schluß vorsichtig den Eischnee unterheben.

In eine gefettete, gemehlte Backform geben und bei 175° ca. 45 Minuten backen, bis er schön braun ist. Mit einem Holzstäbchen die Garprobe machen. In der Form auskühlen lassen und dann auf eine Kuchenplatte geben. Nach Wunsch verzieren.

Cremiger Schokoladenguß

125g Kokosfett schmelzen und abkühlen lassen. 1 Ei, 3 EL Kakao, 3 EL Milch und 1 EL Puderzucker verrühren und das Fett dazugeben. Rühren, bis die Masse bindet, dann sofort auf den Kuchen streichen. Wenn der Guß süßer sein soll, etwas mehr Puderzucker hinzugeben.

 

Winterschlaf

Ich bin müde. Nach fünf Monaten Stillen im 3-Stunden-Rhythmus (das ich trotzdem noch immer sehr genieße), nach vielen langen Tagen und kurzen Nächten sind meine Akkus fast leer. Und so ignoriere ich die umherflitzenden Wollmäuse in den Ecken, die immer länger werdenden to-do-Listen und die (Blog-)Pläne, mit denen ich nicht weiterkomme. Stattdessen setze ich einen meiner guten Vorsätze für das neue Jahr in die Tat um und kuschle mich mit meinem Augustmädchen ins Träumeland, wann immer es geht.

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Bis später, genießt die Zeit und den Schnee!

Ailis

Immer wieder sonntags

Seit kurzem weigert sich die Motte, zu Hause Mittagsschlaf zu machen. Während der Herr Papa und ich nach dem Mittagessen die Systeme runterfahren, hüpft sie im Bett und singt „Aufstehn, aufstehn, der Hahn hat gekräht!“. Wüsste ich, dass sie auch ohne Nickerchen bis zum Abend durchhielte, würde ich mir einen Kaffee machen und mit ihr lesen, malen, basteln, rausgehen etc. Aber nein, je weiter der Nachmittag voranschreitet, desto mehr kippt die Stimmung.

Um sie abzulenken, haben wir gestern den Koffer mit dem DDR-Lego vom Dachboden geholt. Über drei Jahrzehnte stand der dort. Nachdem der Staub der Jahre halbwegs abgewaschen war, wurde vergnügt damit gebaut – also, mein Mann hat gebaut, die Motte hatte leider weiterhin schlechte Laune.

Die hier waren auch in dem Koffer. Ziemlich shabby, aber irgendwie auch schön.

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Trotz allem Gemecker bin ich mit meinen Weihnachstvorbereitungen ein Stückchen weitergekommen, denn das Augustmädchen trainiert so fröhlich und energisch das Greifen und Drehen, dass es mehrmals am Tag tief und erschöpft schläft (und auch in der Nacht, wofür ich ihm sehr dankbar bin). Das Wohnzimmer ist entstaubt, das von der Oma gebastelte Adventsgesteck plaziert, der rote Stern hängt im Fenster und die Lieblingsweihnachts-CD  für die Abende ist bereitgelegt.

Also, von mir aus kann der Advent kommen. Und nächstes Wochenende gibt es ein Sportprogramm für unser Stehauf-Mädchen. Wir werden ja sehen, wer dann zuerst im Bett ist…

Einen tollen Start in die Adventszeit wünscht Euch

Ailis

Nikolaus ist ein guter Mann

Schon wieder ein Heiliger! Aber die Geschichte vom Nikolaus ist so schön, dass man sie immer wieder erzählen möchte:

Einst lebte ein Junge namens Nikolaus, dessen Eltern unermesslich reich waren. Sie starben zur gleichen Zeit an einer schweren Krankheit und ließen ihr Kind materiell wohl versorgt, aber tief traurig im Herzen zurück. Nichts konnte den kleinen Nikolaus trösten, weder Gold noch Edelsteine, prunkvolle Feste oder Fahrten über die elterlichen Ländereien. Eines Tages schlich er sich aus dem Palast und ging ins Armenviertel. Dort sah er so große Not, so viel Elend. Und er dachte, dass er dieses Menschen ein wenig helfen wollte. So ließ er sich große Taschen auf seinen roten Mantel nähen, schlug die Kapuze hoch und schenkte den Armen freigebig. Glück und Wärme kehrten in sein Herz zurück, als er die Dankbarkeit in den Augen der Menschen sah, und so schenkte er sein Leben lang, immer heimlich und unerkannt.

Auch bei uns ist heute Nikolaustag. Ich habe meine marokkanischen Siebenmeilenstiefel mit Klangeiern aus Holz und ein paar in aller Eile gefilzten Herzen und Sternen gefüllt, weil sie die Anhänger am Barbarastrauß so interessant fand. Den Elch hat die Oma genäht und der hat nun auch einen neuen Freund.

Einen fröhlichen Nikolaustag wünscht Euch Ailis!

 

 

Sammelfieber

Auch wenn es die Herbstsonne nicht durch die dicke Wolkendecke geschafft hat, war es heute herrlich mild draußen, und so haben wir die Gartensachen angezogen und sind zum Nussbaum geschlendert. Dort ist es gerade wie im Schlaraffenland, wie gesät liegen die Walnüsse im Gras. Schnell rein ins Körbchen…

Unsere Sammeltätigkeit hat  die Aufmerksamkeit von Ziegenbock Boris auf sich gezogen, der die Neugier in Tiergestalt ist. Um uns abzulenken, schlüpfte eine seiner Haremsdamen unterm Gartenzaun hindurch, und während die Motte und ich versuchten, sie zurück zu treiben, hat Boris mal schnell einen Blick in unseren Korb geworfen:

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Nun trocknet die Beute aber auf dem Dachboden und der hier wartet darauf, die erste harte Nuss zu knacken…

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