Zehn Jahre

Auf einer Silvesterparty vor zehn Jahren habe ich meinen Mann kennengelernt. Das Erste, was ich von ihm sah waren seine Füße, stand er doch gerade auf einem Tisch und schraubte eine Lampe an die Decke seines Studienkumpels. Damals hätte ich schon ahnen müssen, dass er nicht der Romantiker und Gentleman ist, den ich mir in meinen Jugendträumen erhofft hatte. Dafür hat mir das Schicksal einen Menschen an meine Seite gestellt, der mir nicht ähnlich ist, der mich aber wunderbar ergänzt. So habe ich von ihm gelernt, Probleme auf praktische Weise zu lösen und er hat vielleicht durch mich einige Seiten des Lebens kennengelernt, die ihm sonst verschlossen geblieben wären. Oft haben wir uns voneinander wegbewegt, einmal fast endgültig und haben doch alle schwierigen Zeiten gemeinsam überstanden. Unter all den Menschen auf dieser Welt den einen zu finden, mit dem man sein Leben teilen möchte, ist ein großes Glück. Dafür bin ich dankbar.

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Weihnachtsgabe

Ist es erstmal bitterkalt,

gehn wir in den Winterwald.

Füttern Hase, füttern Reh,

denn der Hunger, der tut weh.

Die Hasen bekommen gelbe Rüben,

Heu für die Rehe liegt dort drüben.

Sie lassen es sich tüchtig schmecken,

schnell weg, wir wollen sie nicht erschrecken!

Ich wünsche allen Lesern ein friedvolles Weihnachtsfest voller Wunder und Licht.

Lasst uns der Dunkelheit all die Liebe und Wärme entgegensetzen, die wir in uns tragen.

Herzlichst, Ailis

Alle Jahre wieder…

…kommt die Erkältungszeit. Das Septembermädchen brachte aus dem Kindergarten eine Schnupfennase mit und legte die gesamte Familie damit lahm. Zu unserem Glück nacheinander, denn so können sich Mama und Papa bei der Pflege der Kinder abwechseln. Aber auch schöne Seiten hat die Zeit der Krankheit. 100% Mama, denn Mama-Zeit ist kostbar geworden. Beide Kinder haben es sehr genossen. Und ich nehme ein paar schöne Bilder in die neue Woche mit. Vom Septembermädchen, das fast ganz allein Pilze für den Papa zum Abendbrot schneidet, würzt, in der Pfanne rührt und dem Schwesterchen eine Kostprobe gibt. Vom Augustmädchen, das fasziniert den frisch geschmückten Weihnachtsbaum bestaunt und die Adventskerzen am liebsten immer gleich wieder auspusten will. Das Gekicher bei der Kostümanprobe im Kinderzimmer, kurz darauf spazieren zwei prächtig geschmückte kleine Gestalten in die Küche. Und die vielen kleinen Schläfchen, die man sich krank doch eher mal erlaubt. Rechts und links ein kleines Mädchen im Arm, am dunklen Fenster leuchtet ein Stern. Schnupfen kann auch schön sein.

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Zeitenwende

Es ist soweit: heute ging meine Elternzeit zu Ende. Mehr als drei Jahre war ich mit meinen Kindern zu Hause, eine einmalige und intensive, aber auch oft genug sehr fordernde Zeit. Das Augustmädchen besucht seit drei Wochen eine wunderschöne Kinderkrippe und hat tolle Erzieherinnen. Ich glaube, wir haben einen guten Zeitpunkt getroffen für den Übergang aus der Familie in die Fremdbetreuung, denn sie interessiert sich gerade sehr für andere Kinder. Gerne hätte ich sie noch drei Monate mindestens zu Hause behalten, aber es ging nicht anders und vielleicht passt das auch so für sie.

Denn: Ailis hat große Pläne. Und viel Arbeit vor sich. Ob alles klappt wie geplant, wird sich erst noch zeigen müssen, aber heute bin ich den ersten Schritt gegangen. Durch die Tür sozusagen, mitten hinein in die Welt eines Montessori-Kindergartens. Ich bin gespannt auf alles, was kommt!

Ein Geschenk von Hannes, 4 Jahre alt. Oben im Flugzeug ist der Pilot und unten seine Mama!

 

Zwischenzeitlich

Zwischenzeitlich ist in meinem echten Leben viel passiert.

Der erste Geburtstag des Augustmädchens, das nun kein kleines Baby mehr ist, sondern ein sehr neugieriges, selbstbewusstes, energiegeladenes Kleinkind. Ihr erstes Wort nach Mama und Papa war….Buch! Zum Dahinschmelzen.

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Ein anstrengend-schöner Urlaub in der Sächsischen Schweiz, mit wunderschönen Wanderungen in den letzten Sommerhitzetagen des Jahres, jeder mit einem Kind im Tragerucksack. Unser Pippi-Langstrumpf-Lieder singendes Gepäck war die Attraktion an jedem Aussichstspunkt und hat ganze Busladungen Touristen erheitert. Elbsandsteingebirge, wir kommen wieder.

Der dritte Geburtstag des Septembermädchens, das einen wahnsinnigen Sprung gemacht hat, rasend schnell lernt und manchmal wirklich erstaunliche Sachen sagt.

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Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung: unser kleines Plätzchen an der Sonne, direkt vor der Küchentür, nimmt Form an. Komplett allein geplant und gebaut vom Liebsten und vom Schwiegervater und hin und wieder fleißigen Helfern. Rechtzeitig zum Winteranfang wird unser Balkon fertig sein, aber der nächste Frühling kommt bestimmt!

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Schon im Frühjahr wollte wir den licht gewordenen Baumbestand im schwiegerelterlichen Obstgarten ergänzen, waren aber spät dran und im Nachhinein froh, dass wir gewartet hatten. Denn sonst wären wir im Sommer mit dem Bewässern nicht hinterher gekommen. Seit Samstag stehen nun zusätzlich eine Rote Goldparmäne, eine Schweizer Orangenrenette, eine Gute Luise, eine Köstliche von Charneux sowie Zwetschge Katinka bei uns im Garten. Ich liebe diese klingenden Namen und hoffe, dass wir bald wieder größere Mengen Obst ernten können.

Einen Baum zu pflanzen ist ein wunderbares Ereignis. Bäume sind so lebendig, dabei stark und beständig. Zu Ehren der Geburt unserer Kinder pflanzten wir auch eine Winterlinde in eine Ecke des Gartens, als Symbol für ein hoffentlich langes und glückliches Leben unserer Mädchen. Wir werden nicht mehr erleben, dass sie ihre volle Größe erreicht, aber sie wird uns schon vom ersten Frühling an als Bienenweide, Tee- und Schattenspender nützlich sein.

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Glück im September

Der Holzmond macht dieses Jahr seinem Namen alle Ehre. Nicht nur wird bald eine große Ladung Bauholz für den laaaaange ersehnten und geplanten Balkon bei uns angeliefert, auch ich habe irgendwie eine Zuneigung zu diesem wunderbaren Material entwickelt und bastle an ein paar Kinderprojekten. Bohren, sägen, schleifen, streichen, das sind sehr befriedigende Arbeiten und ich mag die raue Werkstattluft. Ansonsten lockt der September mit seinem goldenen Abendlicht und seiner milden Luft. Prinz Albrecht von Preußen trägt verlässlich seine saftigen Äpfel, bald ist Erntezeit. Im Wohnzimmer stapeln sich Koffer und Kleider für eine Woche Familienzeit im Elbsandsteingebirge, die wir dringend nötig haben. Die Vorbereitungen für den dritten Geburtstag des Septembermädchens laufen und auch sonst habe ich einige Listen abzuarbeiten. Aber zwischendurch versuche ich, langsam zu gehen und all die Düfte und Farben zu genießen, die der Herbst im Gepäck hat.

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