Besser spät als nie – von der WWW zur WMW

Prokrastinieren, aufschieben, vertagen. Wie immer man es auch nennen mag, um das Thema Stoffwindeln habe ich mich lange herumgedrückt. Obwohl mir der Chemiegeruch der Wegwerfwindeln unheimlich war und ebenso die Müllberge, die wir produzieren. Nein, produzierten. Ich habe tatsächlich den Umstieg geschafft und kann nur den Kopf über mich schütteln, dass ich sooo lange dafür gebraucht habe!

Die Auswahl an Stoffwindeln ist riesig und unübersichtlich. Begriffe wie 3-in-1, All-in-one, Booster, Soaker, diffuse Waschanleitungen, das alles macht die Wahl nicht gerade leicht. Und billig sind sie ja eben nicht. Aber das sind Wegwerfwindeln über die Monate hinweg auch nicht. Wir haben keine Vergleichsrechnung aufgestellt, obwohl mein Liebster (ein Maximalpragmatiker) ein großer Fan von faktenbasierten Entscheidungen ist. Mir war klar, dass es sein muss, wenn ich wirklich nachhaltig leben will.

Um mal irgendwo anzufangen habe ich mir online Testwindeln von drei verschiedenen Herstellern bestellt. Sie waren nicht schlecht, aber irgendwas hat mich an jedem Modell gestört, entweder die Klettverschlüsse, das umständliche Einknöpfen der Einlagen oder die lange Trockenzeit. Zum Glück bin ich in unserem Geburtshaus einer stoffwickelnden Mama begegnet, die ihre Tochter mit dem Wickelsystem von der Windelmanufaktur Stephanie Oppitz wickelt. Handgemacht. In Dresden. Aus Bio-Baumwolle. Volltreffer! Die Windelmanufakturwindeln bestehen aus drei Teilen: einer Außenwindel, einer wasserdicht beschichteten Innenwindel und Einlagen in verschiedenen Qualitäten. Die Außenwindeln werden mit Druckknöpfen geschlossen und sind optisch eine absolute Augenweide. Wer mag, kann sich gar welche aus wunderschönen Tragetuchstoffen zulegen, aber mir haben die Basismodelle gereicht.

Im günstigsten Falle muss ich nur die Einlagen waschen. Die Innenwindeln lasse ich in der Regel trocknen, wenn sie nur leicht feucht geworden sind und gebe sie alle paar Tage in die 40°-Wäsche. Bei groben Flecken wasche ich die Einlagen kurz unter dem Wasserhahn aus und sammle sie anschließend in einer Wanne. Wenn ich waschen will, weiche ich sie 20 Minuten ein und schleudere sie aus, um den Urin schon etwas zu entfernen. Dann mit der übrigen Wäsche bei 60° waschen. Ich trockne die Einlagen oft im Trockner kurz an und auf der Leine fertig, dann sind sie kuschelweich.

Wir wickeln das Augustmädchen nun seit sechs Wochen mit den Windelmanufakturwindeln und sind rundum zufrieden damit. Manchmal kommen blöde Kommentare, dass sie aber schon reichlich seltsam aussieht mit dem dicken Windelpopo, aber sowas lässt sich leicht überhören. Ich finde es einfach nur knuffig und habe zudem den Eindruck, dass sie ihre Körperfunktionen dadurch deutlicher wahrnimmt.

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4 Gedanken zu “Besser spät als nie – von der WWW zur WMW

  1. Ich habe vor auch mal eine wmw zu probieren. Noch sind wir mit mulli ud capriüh sehr zufrieden. Ich möchte auch gerne bei dem Ai2 bleiben. Es ist so schön einfach und macht wenig Wäsche.

    • Hallo und willkommen hier! Ich bin nach wie vor zufieden mit den WMW und kann sie Dir sehr empfehlen. Sie haben viele Wäschen schadlos überstanden, kaum Flecken und trocknen sehr schnell. Leider meint unsere Jüngste, dass Wickeln und Anziehen ganz und gar lästige Tätigkeiten sind und so machts grad gar keinen Spaß, aber das liegt ja nicht an den Windeln ;o) Ein schönes WE, Ailis

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