Ailis goes Montessori

Neulich haben wir uns gelangweilt. So richtig. Weder ihre Spielsachen, noch die Bücher, noch der Garten, der Sandkasten, die Tiere oder die Gießkanne konnten daran etwas ändern. Sie hatte schlechte Laune, ich hatte schlechte Laune und der Tag zog sich. Am Abend stellte ich mich in die Mitte ihres Zimmers und sah mich um. Und gleich danach räumte ich alles aus den Regalen und Körben, was sie schon lange nicht mehr angeschaut hatte.

Ehrlich, es blieb nicht viel übrig. Aus 30 Büchern wurden zehn, mancher Regalboden war ganz leer. Und der Herr Papa freute sich, dass kaum noch Kram herumstand, den er beim Wischen hochheben musste. Einen langen Abend verbrachte ich im Internet auf der Suche nach einfachen Ideen und Angeboten für mein Septembermädchen, ohne viel neues Spielzeug kaufen zu müssen. Eine riesige Quelle der Inspiration sind für mich die beiden Montessori-Blogs Eltern vom Mars und How we montessori. Bei Anna aus Österreich und Kylie aus Australien finden sich so tolle Ideen, dass ich gerade in einen wahren Montessori-Flow gefallen bin.

Das ist ein Ausschnitt aus unserem Kinderzimmerregal:

IMG_8047

Von oben links nach unten rechts:

– Waschlappen und Taschentücher zum Zusammenlegen. Sie zeigt gerade Interesse am Falten und holt das Tablett regelmäßig heraus.

– Wachsmalstifte, die die uninteressant gewordenen Buntstifte ersetzt haben.

– Eine Matroschka, ein Vorhängeschloss (Schlüssel sind gerade sehr spannend), mein selbstgebasteltes Farbenpuzzle und die Klettstäbchen (Ideen von hier).

– Die verbliebenen Bücher und Cds. Die Reihe Wieso?Weshalb?Warum?junior von Ravensburger kommt momentan gut bei ihr an, aber es ist schon recht oft ein neues Buch notwendig, um sie bei der Stange zu halten.

– Ein Album mit wunderschönen Tierfotografien, die ein Bekannter meines Bruders gemacht hat.

– Sie liebt Tiere sehr, kennt erstaunlich viele beim Namen und ahmt ihre Laute wunderbar nach. Daher im letzten Regal ein Puzzle mit Schmetterlingen (Idee und Vorlage von hier) und ein paar Tierfiguren mit passenden Bildern.

Obwohl ich immer darauf achte, dass ihr Zimmer ordentlich und übersichtlich ist – ich brauche selbst Ordnung, um einen klaren Kopf zu behalten – fühle ich mich beim Anblick des Raumes nun viel besser. Ich möchte zukünftig deutlich öfter Kleinigkeiten verändern, ihr regelmäßiger neues Material zur Verfügung stellen und so hoffentlich ihre Lust am Spielen und Entdecken wieder wecken. Um meine Montessori-Versuche besser fokussieren und dokumentieren zu können, habe ich mir einen Ordner mit Ideen und Fotos angelegt. Mir ist jedoch bewusst, wie wichtig es ist, mein Kind zu beobachten. Nur so kann ich herausfinden, was sie gerade wirklich interessiert und motiviert. Beim Putzen beispielsweise beginnt sie gerade sehr deutlich damit, mich nachzuahmen, und auch in der Küche zeigt sie mehr Interesse an den anfallenden Arbeiten und möchte unbedingt mithelfen. Die nächsten Projekte sind also schon in Arbeit…

 

 

 

7 Gedanken zu “Ailis goes Montessori

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