Erste Schritte mit Maria

Als unser kleines Mädchen auf die Welt kam, hat sich unser Leben komplett gewandelt. Wir mussten so vieles lernen, uns ganz neu aufeinander abstimmen und auch jede Menge Entscheidungen treffen. Das fängt beim Arzt (Impfungen etc.) an und hört beim Schlafen auf. Grundlegend wichtig war und ist für uns, dass wir durch unsere Erziehung nie das Vertrauen unseres Kindes verlieren, dass es sich bei uns immer geborgen fühlt und möglichst frei und glücklich Kind sein kann.

Auf meinem Weg durch den Ratgeber-Dschungel bin ich bald auf Maria Montessori gestoßen und habe mich mit ihrer Erziehungs-Philosophie sofort wohlgefühlt. Nach und nach haben wir einige Montessori-Ideen in unser Zuhause und unseren Alltag integrieren können, und davon möchte ich gern ein paar zeigen.

Zu Weihnachten hat unsere Kleine ein Regal bekommen, selbst gebaut vom Papa. Hier hat sie freien Zugriff auf ihre Bücher, das Spielzeug ist in Schalen und Körben geordnet. Um das Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten überschaubar zu halten, packe ich ab und zu mal was weg oder tausche aus. Nach ein paar Tagen Abwesenheit ist so manches Spielzeug wieder spannend.

Im Kinderbett haben schon die Oma und der Papa geschlafen. Mein Vater (der fast alle anderen Gegenstände für uns gebaut hat, wofür wir ihm sehr dankbar sind) hat uns eine neue Bettseite ohne Stäbe angefertigt, damit die Motte selbstständig heraus krabbeln kann. Davor liegt eine Matratze, um eventuelle Stürze abzufedern und auch als Lager für uns Eltern, für das abendliche Vorleseritual oder falls die Nacht mal unruhig ist.

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Unser unentbehrlich gewordener Küchenhelfer ist der Lernturm, ein IKEA-Hocker mit einem Geländer obenauf. Kochen ist praktisch unmöglich mit einem Kleinkind, das einem die Beine umklammert und nach Aufmerksamkeit verlangt. Im Lernturm ist sie auf Arbeitshöhe dabei, bekommt ungefährliche Küchenutensilien oder auch Lebensmittel zum Tasten oder Kosten in die Hand und kann ganz nah miterleben, was wir machen. Dieses tolle Teil hat uns schon so manches Mal gerettet, wenn die Stimmung zu kippen drohte.

Im Bad hat unser Mädchen einen eigenen Waschtisch, der auf ihre Größe abgestimmt ist. Er besteht aus einem alten Hocker, der dreißig Jahre in der Waschküche meiner Eltern stand, einem etwa doppelt so alten Emaille-Schüsselchen aus dem Bestand der Schwiegermutter und einem selbstgebauten Spiegel-Aufsatz. Upcyling at its best also! Hier stehen unserem Kind ein paar Körperpflege-Utensilien zur Verfügung: ein kleiner Holzkamm, Becher und Holzzahnbürste, eine kleine Krokodilnagelbürste (aus Plastik, war noch vorhanden). Zu Wasser und Seife hat sie noch keinen freien Zugang, aber sie ist unglaublich stolz, einen Teil ihrer Körperpflege selbst übernehmen zu dürfen. Insbesondere das Händewaschen ist sehr leicht möglich, denn man muss nicht gleichzeitig das Kind am Waschbecken festhalten und den Wasserhahn bedienen und… Zähne putzen war bei uns übrigens noch nie ein schwieriges Thema, denn sie darf nur aus diesem Anlass und für die Zeit des Putzens das Badradio anschalten und mitwackeln. Wir nennen sie dann immer „die rockende Zahnbürste“, sie findet es toll.

Ein paar Projekte habe ich noch auf der Liste. Im Flur soll sie eine Ecke bekommen, in der sie ihre Jacken und Schuhe aufbewahren und möglichst selbstständig anziehen kann. Und der wunderschöne alte Kleiderschrank in ihrem Zimmer ist noch nicht wirklich kinderfreundlich, da die Türen schwer zu öffnen sind. Ich plane dann mal weiter…

 

 

9 Gedanken zu “Erste Schritte mit Maria

    • Das ist auch ein prima Geschenk zur Geburt, wenn man gerne mit Holz bastelt, kennt wirklich kaum jemand. Danke für Deinen Besuch und einen schönen Sonntag!

    • Danke :o) Noch sind wir zusammen zu Hause und haben Zeit für sowas, wer weiß wie viele von meinen Plänen sich neben dem Berufsalltag später noch realisieren lassen… Aber es muss ja nicht immer alles perfekt sein.

      • Genau, es muss, kann und soll nicht immer alles perfekt sein. Auf den Mut zum Unperfekten! 🙂 Liebe Grüße und einen schönen Wochenbeginn, Marion

  1. Pingback: Montessori im Bad: der Waschtisch (oder eines der tollsten Dinge, die wir jemals umgesetzt haben) • MINI AND ME

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